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Pflege-Bahr- sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung

pflegedienstDie Zahlen sprechen für sich. Bereits im Jahr 2012 war die Anzahl der Neuabschlüsse von privaten Zusatzversicherungen deutlich angestiegen. Das beweist wieder einmal, das Verbraucher aktuell sehr sensibel und aufnahmefähig für das Thema private Vorsorge sind. Umso mehr dürfte es die Versicherungswirtschaft gefreut haben, das sich auch die zunächst als Ladenhüter bezeichnete private Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung, als Erfolgsmodell erweist. Trotz aller anfänglicher Kritik konnten vom 1. Januar bis Ende Mai 2013 rund 125.000 Policen an den Mann und die Frau gebracht werden. Aktuell werden nach zuverlässigen Angaben täglich an die 1.000 neue Anträge erfasst.

Beliebt bei der jüngeren Generation
Die neue private Pflegeversicherung mit staatlicher Unterstützung- kurz Pflege Bahr genannt wird vor allem von jungen Menschen als notwendig erachtet und fleißig abgeschlossen. So fallen 40 Prozent aller neuen Kunden in die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen. Bei immerhin 56 Prozent aller Abschlüsse sind die versicherten Personen unter 50 Jahre alt. Leider beträgt aber, und das ist ein kleiner Wermutstropfen, der Anteil der über 60-Jährigen, die sich mit der neuen PflegeBahr absichern, nur ganze 13 Prozent.

Auch für ältere Menschen bestens geeignet
Dabei hat der Gesetzgeber gerade für ältere Menschen die Zulassungskriterien vereinfacht. Während bei vielen privaten Kranken- und Krankenzusatzversicherungen umfangreiche und detaillierte Fragen zur gesundheitlichen Situation gestellt und wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen, ist dies bei der so genannten Pflege-Bahr nicht notwendig. Man spricht hier auch von Kontrahierungszwang, das heißt im Prinzip muss jede Person aufgenommen werden, unabhängig von bekannten Vorerkrankungen. Einziger möglicher Ablehnungsgrund wäre eine bereits vorliegende Pflegebedürftigkeit.

Kritik von Verbraucherschützern
Gerade nach den ersten Monaten seit der Einführung konnte man vor allem in Verbrauchermagazinen immer wieder Kritik an der neuen geförderten Form der privaten Pflegeversicherung vernehmen. Es lohne sich nicht war da beispielsweise zu hören. Dies konnte jedoch größtenteils widerlegt werden. Auch Tests sind nicht immer perfekt. So wurden einmal nur Tarife für die Personengruppe der 45- bis 55-Jährigen getestet oder auch schon einmal als Maßstab ein Rundum-Sorglos-Paket mit Vollkasko-Schutz erwartet. Pflege-Bahr ist hingegen, wenn man es objektiv betrachtet, als ersten Schritt anzusehen um die Kosten zumindest teilweise bei einer eventuell eintretenden Pflegesituation in den Griff zu bekommen.

Fazit
Mit nur einem geringen Eigenanteil von 10 Euro monatlich und einem Zuschuss vom Staat von jährlich 60 Euro ist ein wirksamer zusätzlicher Schutz möglich. Sicher wird es in der Zukunft noch weitere wirksame Maßnahmen benötigen um alle Menschen vor eventuellen finanziellen Nachteilen im Alter zu schützen. Gute und ausreichende häusliche oder gar stationäre Pflege ist nur mit einem erheblichen Kostenaufwand zu bewerkstelligen, die das gesetzliche System allein schon heute nicht mehr leisten kann.